Die Kunst der wohlgewählten Worte
Faust Zusammenfassung – Was hat Goethe gemeint?

Faust Zusammenfassung – Was hat Goethe gemeint?

Brauchst Du eine detaillierte Faust Zusammenfassung für jede einzelne Szene? Oder magst Du Dir bloß kurz einen Überblick darüber verschaffen, was in Faust 1 passiert? Dann bleib dran, denn hier findest Du sowohl eine kurze, als auch eine ausführliche Faust Zusammenfassung. Übersichtlich und leicht verständlich, kannst Du so im Nullkommanichts in Johann Wolfang von Goethes berühmtestes Werk eintauchen.

Faust Zusammenfassung für Eilige - Worum geht's in Faust 1?

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Wir befinden uns in Deutschland, zu Beginn des 16. Jahrhunderts.

Der ältliche Professor Heinrich Faust steckt in einer Lebenskrise. Obwohl er hochgelehrt ist und von allen bewundert wird, fühlt er sich machtlos und unbedeutend. Er sehnt sich danach, allwissend zu sein wie Gott. Als er erkennt, dass er dieses Ziel niemals erreichen kann, verfällt er in tiefe Depression.

In dieser Phase der Verzweiflung trifft er auf den Teufel Mephistopheles. Sie schließen einen Pakt: Sollte es Mephistopheles gelingen, Faust wunschlos glücklich zu machen, geht dessen Seele in den Besitz des Teufels über.

Mephistos Strategie besteht darin, Faust von seinem unstillbaren Wissensdurst abzubringen. Stattdessen versucht er, ihn mit leichter Unterhaltung zu ködern. Er nimmt ihn zu einem heftigen Trinkgelage mit, aber anstatt sich zu besaufen, ist Faust nur angewidert.

Darum beschließt Mephistopheles, erst einmal den Körper des in die Jahre gekommenen Gelehrten zu verjüngen. Nach dieser magischen Anti-Aging Kur erwachen Fausts jugendliche Triebe und er verliebt sich in das nächste Mädchen, das ihm begegnet – in die gerade einmal vierzehnjährige Margarete.

Mit Mephistos Hilfe gelingt es Faust, Margarete zu verführen. Im Zuge dessen verursacht er den Tod ihrer Mutter und tötet ihren Bruder bei einem Duell.

Nach der gemeinsamen Liebesnacht ist Margarete schwanger und Heinrich Faust über alle Berge. Margaretes Leben liegt in Trümmern: Sie hat ihre Familie verloren und sie erwartet ein uneheliches Kind. Im 16. Jahrhundert bedeutete das den absoluten sozialen Absturz. Aus Verzweiflung tötet sie ihr Kind nach der Geburt, wird verhaftet und zum Tode verurteilt.

Zunächst ahnt Faust nichts vom Schicksal seiner Geliebten. Er besucht mit Mephisto die Walpurgisnacht und treibt von einem Vergnügen zum nächsten. Erst später erreicht ihn die Nachricht vom Todesurteil, das über Margarete verhängt wurde, und er versucht, sie zu retten. Allerdings weigert sich Margarete, mit ihm zu fliehen, was sich aus religiöser Sicht als richtige Entscheidung erweist. So rettet sie ihre Seele vor Mephistos Klauen und erlangt die Vergebung Gottes.

Faust 1 Epoche - ein bunter Cocktail aus literarischen Merkmalen

Nicht umsonst gilt Faust als Johann Wolfgang von Goethes Lebenswerk. 36 Jahre arbeitete er an Faust 1, von seinem 21. bis zu seinem 57. Lebensjahr.

Kurz vor seinem Tod vollendete er den zweiten Teil der Tragödie, Faust 2.

Wegen der langen Entstehungszeit, finden sich in Faust Merkmale mehrerer Litaraturepochen. So ist der nach universaler Erkenntnis strebende, egoistische, ewig unzufriedene Wissenschaftler Faust ein typischer Zeitgenosse des Sturm und Drang. Seine Vorliebe für Naturbetrachtungen, Magie und Übernatürliches erinnern hingegen an einen Romantiker.

Weil Gothe selbst ein bedeutender Vertreter der Weimarer Klassik ist, der diese Literaturepoche mitprägte, findet sich natürlich auch viel vom aufklärerischen Geist und der Faszination für die Antike in der Faust Tragödie wieder.

Es lohnt sich also, nicht nur die Faust Zusammenfassung, sondern das ganze Werk zu lesen.

Eine unterhaltsame Faust Inhaltsangabe, in der zwar nicht die einzelnen Kapitel erkennbar sind, die Handlung aber genial erklärt wird, hat der Kabarettist Hubert Burghardt in petto – und sie dauert nur fünf Minuten:

Nun hast Du eine kurze Faust Zusammenfassung bekommen. Falls Du eine Übersicht über alle einzelnen Szenen benötigst, wirst Du das Folgende hilfreich finden!

Faust Kapitelzusammenfassung - Kapitel & Szenen einzeln aufgeschlüsselt

Vorspiel auf dem Theater

Diese Szene hat Goethe der eigentlichen Handlung vorangestellt. Ein Theaterdirektor, ein Dichter und eine lustige Person (die teils die Perspektive der Schauspieler, teils die des Publikums einnimmt) unterhalten sich vor der anstehenden Vorstellung. Dabei wird klar, dass alle drei unterschiedliche Erwartungen an eine Theaterproduktion haben.

Der Direktor wünscht sich ausverkaufte Vorstellungen, um viel Geld zu verdienen und die Beliebtheit seines Theaters zu steigern. Der lustigen Person kommt es in erster Linie auf Unterhaltung an. Beide verlangen vom Dichter, er solle ein massentaugliches Stück schreiben, das allen gefällt.

Das treibt den Dichter an den Rand der Verzweiflung, denn er sieht sich als großer Künstler, der nur seinem Talent verpflichtet ist.

Prolog im Himmel

Gott der Herr betrachtet die Erde. Dabei umgibt er sich mit seinen Erzengeln, die die Schöpfung überschwänglich loben. Nicht so der Teufel Mephistopheles: Er wirft Gott vor, die Menschen seien unvollkommen, egoistisch und grausam.

Darauf nennt Gott Dr. Heinrich Faust als Musterbeispiel eines moralisch guten, nach Erkenntnis strebenden Menschen. Mephisto gibt zu, dass Faust besonders sei, wettet aber, er könne ihn ebenfalls mit Leichtigkeit von seinem Weg abbringen. Gott hingegen ist sich sicher, dass Faust der Versuchung des Teufels widerstehen wird.

Nacht

Zur gleichen Zeit befindet sich Heinrich Faust in einer depressiven Phase. Er hat zwar viele Wissenschaften studiert und ist belesener als alle Menschen um ihn herum. Dennoch erscheint das Schulwissen, das er angehäuft hat, unnütz. Sein Leben kommt ihm verschwendet vor: Für seine wissenschaftliche Laufbahn hat er darauf verzichtet, eine Familie zu gründen und dennoch kann er nicht zu höherer Erkenntnis gelangen als die Gelehrten vor ihm.

Mit Hilfe eines Zauberbuchs gelingt es ihm, den Erdgeist zu beschwören, doch dessen Gegenwart ist unerträglich für seine schwachen menschlichen Sinne. Faust muss sich tief beschämt eingestehen, dass er nicht so stark ist, wie er glaubte.

 

Da klopft Fausts Assistent Wagner an die Tür und drängt dem Professor ein Gespräch auf. Dabei wird deutlich, wie ungewöhnlich Fausts Wissensdurst sich von der durchschnittlichen Mentalität abhebt. Wagner ist zufrieden damit, auswendig zu lernen, was in Büchern steht, und glaubt an den wunderbaren Fortschritt der Wissenschaft. Faust hingegen strebt danach, alles zu wissen, was niemand vor ihm je hat herausfinden können.

Sobald Wagner gegangen ist, gibt Faust sich wieder seinen depressiven Gedanken hin. Er glaubt, seine Existenz sei gescheitert und beschließt, Selbstmord zu begehen. Doch bevor er eine Ampulle mit Gift leeren kann, beginnen die Osterglocken zu läuten. Der feierliche Klang des beginnenden Osterfests ruft glückliche Kindheitserinnerungen wach, die Faust vom Suizid abhalten.

Vor dem Tor

Am Ostersonntag, den das Volk ausgelassen feiert, unternehmen Faust und Wagner einen Spaziergang. Unterwegs begegnen alle Menschen dem Professor mit großer Achtung und Ehrfurcht. Doch Faust scheint davon eher unangenehm berührt zu sein. Er vertraut Wagner ein dunkles Familiengeheimnis an: Fausts Vater, ein angesehener Mediziner, führte heimlich alchimistische Experimente durch. Die daraus entstandenen Tränke testete er an seinen Patienten, von denen viele daran starben. Darum fühlt Faust sich schuldig.

Bei ihrem Gespräch offenbart Faust seine innere Zerrissenheit. Einerseits sehnt er sich danach, alles zu wissen und zu durchdringen. Doch andererseits will er auch sein Leben genießen. Diese beiden Bedürfnisse scheinen unvereinbar zu sein.

Als sie sich auf den Heimweg machen, bemerken sie einen schwarzen Pudel. Faust glaubt, einen Feuerschweif hinter ihm zu sehen. Doch Wagner beteuert, es sei nur ein gewöhnlicher Hund. Davon lässt Faust sich schließlich überzeugen und läd den Pudel ein, ihnen zu folgen.

Studierzimmer

Faust nimmt den schwarzen Pudel mit in sein Studierzimmer. Er ist froh, etwas Gesellschaft zu haben. Doch während er versucht, die Bibel zu übersetzen, stört der Hund ihn mit seinem Bellen. Genervt will Faust ihn wieder vor die Tür setzen.

Daraufhin verzerrt der Pudel sich zu einer qualmenden Höllengestalt. Faust versucht, ihn mit Zaubersprüchen zu bannen, aber nichts hilft. Erst als er das christliche Kruzifix gegen ihn erhebt, reagiert der Pudel und versteckt sich hinter dem Ofen. Dann nimmt der Pudel die Gestalt eines Studenten an und gibt sich als der Teufel Mephistopheles zu erkennen.

Sofort ist Faust fasziniert von seinem höllischen Gast. Er fühlt sich dem Teufel haushoch überlegen, denn Mephistopheles hat ein Problem: Weil vor der Türschwelle ein Pentagramm auf den Boden gemalt ist, kann er das Zimmer nicht verlassen.

Weil Faust ihn nicht gehenlassen will, muss Mephistopheles sich einer List bedienen: Er versetzt Faust in Trance und ruft eine Maus, die die Türschwelle benagt und somit das Pentagramm durchbricht. Als Faust wieder erwacht, ist Mephisto bereits verschwunden.

Studierzimmer + Schülerszene

Erst bei ihrer zweiten Begegnung bietet Mephistopheles Faust einen Pakt an. Er verpflichtet sich, dem Wissenschaftler zu Lebzeiten zu dienen. Sobald Faust stirbt, geht seine Seele dann in den Besitz des Teufels über.

Darauf erwidert Faust kühn, dass sein Tod in dem Moment eintreten solle, in dem Mephisto es schafft, ihn wunschlos glücklich zu machen. Denn natürlich glaubt er, dass es ihm unmöglich wäre, diesen Zustand der vollkommenen Zufriedenheit zu erreichen. Aber Mephisto lässt sich davon nicht abschrecken und akzeptiert die Bedingung.

Während Faust sich reisefertig macht, verkleidet Mephistopheles sich als Professor, um einen ratsuchenden Studenten zu täuschen. Der junge Mann kann sich nicht für eine Fakultät entscheiden und fragt Mephisto, den er für den Doktor Faust hälst, nach dessen Meinung.

Der Teufel findet Gefallen daran, ihm alle Studienrichtungen madig zu machen. Zum Schluss schlägt er dem Studenten vor, Medizin zu studieren, weili er es als Arzt leicht habe, Frauen zu verführen.

Sobald der Student gegangen ist, brechen Faust und Mephistopheles zu ihrer Reise auf. Dabei bewegen sie sich fort, indem sie mit Mephistos Zaubermantel fliegen.

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Auerbachs Keller in Leipzig

In der Kneipe „Auerbachs Keller“ in Leipzig sitzen vier Männer beisammen, um sich gemeinschaftlich zu betrinken. Sie singen Lieder und ziehen sich gegenseitig auf.

Mephistopheles und Faust gesellen sich zu ihnen und stellen sich ihnen als Reisende vor. Die Stimmung ist angespannt, weil die Trinkgesellen beschlossen haben, die beiden Reisenden ordentlich aufs Korn zu nehmen. Aber Mephistopheles kontert jede Feindseligkeit gelassen.

Während Faust sich im Hintergrund hält und abgesehen von „Ich hätte Lust, nun abzufahren“ kaum ein Wort herausbringt, amüsiert Mephistopheles sich prächtig. Zuerst gibt der Teufel ein Lied zum Besten, danach verzaubert er den Tisch, sodass aus dem Holz Wein fließt.

Als einer der Trinkbrüder einen Tropfen davon verschüttet, verwandelt der köstliche Wein sich in Fegefeuer. Die Zecher merken, dass sie hereingelegt wurden und sind darüber so wütend, dass sie mit Messern auf Mephistopheles losgehen. Aber der Teufel braucht nicht mehr als eine einfache Beschwörungsformel, um den Männern vollkommen die Sinne zu verwirren. Er und Faust entkommen ungeschoren.

Hexenküche

Als nächstes bringt Mephistopheles Faust zu einer Hexe. Sie soll ihm einen Verjüngungstrank geben, der ihn wieder zu einem jungen, lebensdurstigen Mann werden lässt. Doch als sie ankommen, ist die Hexe gerade außer Haus. Während sie auf ihre Rückkehr warten, erblickt Faust in einem verzauberten Spiegel die Gestalt einer wunderschönen, nackten Frau.

Die Hexe kommt durch den Schornstein hereingefahren und hält Mephistopheles und Faust für Eindringlinge. Sie liefert sich einen kurzen Schlagabtausch mit dem Teufel, bevor sie ihn erkennt. Es kommt zu einem kurzen aber heftigen Flirt und Mephisto bittet die Hexe um den Verjüngungstrank für Faust.

Begleitet von einer rituellen Zeremonie, überreicht die Hexe Faust den Zaubertrank, den er trotz seines Misstrauens tapfer austrinkt.

Straße

Mit verjüngtem Körper und neu erwachten Trieben, verliebt Faust sich in die nächstbeste Frau, die er erblickt: Margarete, ein kaum vierzehnjähriges Mädchen, das er aus der Kirche kommen sieht. Er setzt sich in den Kopf, mit ihr schlafen zu wollen. Am besten sofort.

Doch Mephisto gibt zu bedenken, dass Margarete eine sehr gottesfürchtige, tugenhafte Frau sei, um die er erst werben müsse. Um Fausts Begierde anzufachen, verspricht er ihm allerdings, ihm heimlich Zutritt zu Margaretes Schlafzimmer zu verschaffen. Faust weist den Teufel an, in der Zwischenzeit ein Geschenk für sie zu besorgen.

Abend

Während sie ihre Nachbarin besucht, dringen Faust und Mephisto in Margaretes Haus ein. Die ideale Gelegenheit für Faust, sich in Vorfreude auf die Liebesnacht mit Margarete zu ergehen. Doch von plötzlicher Demut ergriffen, kommen ihm Zweifel, ob es recht sei, sich in ihr Leben einzumischen.

Mephistopheles drängt ihn dazu, den Plan auszuführen und legt das Geschenk in Margaretes Schrank. Als Gretchen zurück in ihr Zimmer kommt, findet sie ein Kästchen mit kostbarem Schmuck.

Spaziergang

Mephisto schäumt vor Wut. Denn nachdem Margarete ihrer Mutter von dem kostbaren Schmuck erzählt, der wie aus dem Nichts in ihrem Zimmer aufgetaucht ist, besteht diese darauf, das Geschmeide der Kirche zu spenden. Daraufhin muss Mephisto sich nach einem weiteres Schmuckkästchen für sie umsehen.

Der Nachbarin Haus

Diesmal verheimlicht Margarete den Schmuck vor der Mutter. Stattdessen zeigt sie ihn ihrer befreundeten Nachbarin Marthe, einer geltungsbedürftigen, neugierigen Strohwitwe, deren Mann sie vor Jahren sang- und klanglos verlassen hat.

Gerade als Margarete den Schmuck angelegt hat und sich damit vor dem Spiegel bewundert, klopft Mephistopheles an die Tür. Er lügt Marthe vor, ihr Mann sei gestorben und liege im weit entfernten Padua begraben. Faust soll das bezeugen – ein Vorwand, um ein Treffen mit Margarete zu arrangieren.

Straße

Als der Teufel Faust von den Umständen des bevorstehenden Treffens unterrichtet, ist dieser erst einmal skeptisch. Er will keine Lügen über den Tod von Marthes Mann erzählen, schließlich hat er ihn weder gekannt noch sein Grab selbst gesehen.

Aber Mephistopheles spottet über seine Skrupel. Schließlich habe er als Professor viele Theorien gelehrt, deren Wahrheitsgehalt er ebenfalls nicht einschätzen konnte. Auch Fausts Absicht, Margarete ewige Liebe zu schwören, sieht Mephisto als Lüge an. Sehr widerwillig muss Faust sich eingestehen, dass an den Sticheleien des Teufels etwas Wahres ist, und lässt sich schließlich überreden, den Plan auszuführen.

Garten

Das Treffen in Marthes Garten gleicht einem Doppeldate. Schon bei ihrer ersten Begegnung ist Margarete fasziniert von dem attraktiven, klugen Heinrich Faust. Sie gesteht ihm ihre Bewunderung und erzählt ihm viel von sich, ihrer Familie und ihrer Vergangenheit.

Währenddessen flirtet Marthe heftig mit Mephistopheles. Schließlich hält sie sich für eine Witwe und wittert die Chance, sich direkt einen neuen Ehemann zu angeln.

Margarete pflückt eine Blume aus Marthes Beet und spielt das Liebt-mich-Liebt-mich-nicht Spiel. Als sie das letzte Blütenblatt auszupft, ist sie bei „Er liebt mich“ angekommen. Faust ergreift die Gelegenheit, ihr seine Liebe zu gestehen.

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Ein Gartenhäuschen

Margarete und Faust tauschen einen leidenschaftlichen Kuss in Marthes Gartenpavillon und verabreden ein Wiedersehen.

Wald und Höhle

Faust zieht sich in eine einsame Höhle im Wald zurück und hadert mit sich. Er ahnt, dass es Margarete schadet, wenn er seinen Willen durchsetzt und sie verführt. Er gesteht sich ein, dass er Mephistopheles nicht mehr entbehren kann, obwohl er sich von ihm abgestoßen fühlt.

Mephisto kommt hinzu und verspottet Faust für dessen Zweifel. Außerdem berichtet er, wie sehnsüchtig Margarete auf Fausts Rückkehr wartet. Verrückt vor Lust, lässt Faust sich überzeugen, zu ihr zu gehen. Er ist sich dessen bewusst, dass seine Handlung schreckliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte, ist aber bereit, das Risiko in Kauf zu nehmen.

Gretchens Stube

Einsam sitzt Gretchen in ihrem Zimmer am Spinnrad und sehnt sich nach Faust. Gequält von der Angst, ihn nie wieder zu sehen, kreisen ihre Gedanken nur noch um ihn. Es wird klar, dass sie bereit ist, sich ihm hinzugeben.

Marthens Garten

Bei einem erneuten Treffen in Marthes Garten stellt Margarete Faust die Frage, ob er religiös sei. Weil die christliche Religion in ihrem Leben einen hohen Stellenwert einnimmt und sie selbst aufrichtig an Gott glaubt, ist ihr diese Frage sehr wichtig.

Auf die inzwischen sprichwörtlich gewordene „Gretchenfrage“ antwortet Faust nur ausweichend. Er glaube an eine höhere Macht, die alles durchdringe. Zudem wolle er niemanden missionieren oder von seiner Meinung überzeugen. Aber einer religiösen Glaubensgemeinschaft fühle er sich nicht verbunden. (Diese Definition erinnert stark an ein pantheistisches Gottesbild.)

Margarete nimmt ein Schlafmittel von Faust an, das sie ihrer Mutter heimlich verabreicht, damit sie sich nachts unbemerkt treffen können. Er versichert ihr, das Mittel sei ungefährlich.

Am Brunnen

Nach der gemeinsamen Nacht mit Faust fühlt sich Margarete wie eine Sünderin. Sie hat große Angst vor der Zukunft und der Verachtung der Menschen. Umso mehr, als sie beim Wasserholen am Brunnen von einem gleichaltrigen Mädchen namens Lieschen angesprochen wird.

Lieschen lästert boshaft über eine junge Frau, die sich unverheiratet mit einem Mann eingelassen hat und nun ein Kind von ihm erwartet, obwohl er sie längt verlassen hat. Margarete erschrickt über Lieschens hämische Schadenfreude.

Zwinger

Vor einer Statue der Mater Dolorosa legt Margarete Blumen ab. Verzweifelt betet sie zur Jungfrau Maria.

Nacht

Margaretes Bruder Valentin hat von der unehelichen Beziehung seiner Schwester erfahren und lauert Faust vor ihrem Haus auf, um ihn dafür zur Rechenschaft zu ziehen. Es kommt zum Kampf zwischen ihm, Faust und Mephistopheles, bei dem Valentin tödlich verwundet wird.

Bevor er stirbt, verwünscht er seine Schwester für die Sünde, die sie begangen hat.

Faust und Mephistopheles können fliehen.

Dom

Margarete betet bei einer Totenmesse (vermutlich die ihres Buders oder ihrer Mutter) in der Kirche. Inzwischen weiß sie, dass sie ein Kind von Faust erwartet. Die Angst vor den Konsequenzen ihrer unehelichen Schwangerschaft wird unerträglich.

Außerdem fühlt sie sich schuldig am Tod ihrer Mutter und ihres Bruders. Schuld, Angst und Verzweiflung lassen sie ohnmächtig werden.

Walpurgisnacht

Gemeinsam besteigen Faust und Mephistopheles den Brocken im Harz. Dabei lassen sie sich von einem Irrlicht den Weg weisen. Unterwegs treffen sie viele Hexen und Hexenmeister, die alle zum Gipfel des Berges unterwegs sind.

Auf dem Hexentanzplatz ist das Gedränge so stark, dass Faust und Mephistopheles um ein Haar voneiander getrennt werden. Also schlägt der Teufel vor, auf eine kleinere, vom Haupttanzplatz abgelegene Festwiese auszuweichen. Einerseits will Mephisto damit verhindern, dass Faust in der Menge verloren geht, andererseits will er nicht, dass Faust den Höhepunkt des Festes miterlebt: Ein satanisches Ritual mit anschließender sexueller Orgie.

Auf der Festwiese flirten und tanzen Faust und Mephistopheles mit zwei Hexen. Doch als es ernst wird, entscheidet Faust sich dagegen, mit seiner Eroberung zu schlafen. Wie gebannt starrt er auf eine Erscheinung der Medusa, die ihn an Margarete erinnert. Dies wird oft als Vorausdeutung auf Margaretes Tod interpretiert.

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Falls Du Dich fragst, warum das Kapitel Walpurgisnachtstraum oder Oberons und Titanias Goldene Hochzeit in dieser Faust Zusammenfassung nicht weiter thematisiert wird: Die Szene ist für den Handlungsverlauf nicht relevant. Johann Wolfgang von Goethe nutzt dieses satirische „Theaterstück im Theaterstück“, um Kritik an vielen seiner Zeitgenossen zu üben.

Trüber Tag. Feld.

Faust erfährt erst, dass Margarete von der Gesellschaft verstoßen und eingekerkert wurde, als bereits ihr Todesurteil feststeht. Ihre Mutter ist an dem Schlafmittel gestorben, das sie von ihm angenommen hatte, um sich unbemerkt mit ihm treffen zu können. Ihr gemeinsames Kind mit Faust hat Margarete kurz nach der Geburt ertränkt. Nun ist sie als Mörderin verurteilt.

Rasend vor Wut konfrontiert Faust den Teufel damit und verlangt von ihm, Margarete zu retten. Doch Mephisto kann gegen ein Todesurteil, das im Namen Gottes gefällt wurde, nichts ausrichten. Außerdem gibt er Faust zu bedenken, dass sie beide wegen Mordes an Margaretes Bruder gesucht werden und Faust sein eigenes Leben riskiert, wenn er die Stadt noch einmal betritt. Dennoch beschließt Faust, Margarete zu befreien.

Was im Rahmen dieser Faust Zusammenfassung unbedingt noch erwähnt werden sollte: Die Szene Trüber Tag. Feld. ist die einzige des gesamten Dramas, die in Prosaform geschrieben wurde.

Nacht. Offen Feld.

Auf schwarzen Pferden galoppieren Faust und Mephisto der Stadt entgegen. Es ist bereits alles für die Hinrichtung vorbereitet. Auf dem Richtplatz sieht Faust im Vorbeireiten Hexen tanzen. Ihnen bleiben nur noch wenige Stunden bis zum Morgengrauen, um Margarete vor dem Tod zu bewahren.

Kerker

Während Mephistopheles die Wachen betäubt und die Schlüssel zum Kerker gestohlen hat, dringt Faust in das Gefängnis ein. Margarete, die dem Wahnsinn nah ist, erkennt ihn zunächst nicht. Sie hält ihn für den Henker und fleht ihn an, ihr noch etwas Zeit zu geben.

Schließlich gelingt es Faust doch, sich ihr zu erkennen zu geben, aber Margarete weigert sich, mit ihm zu fliehen. Einerseits hat sie große Schuldgefühle und glaubt, sie hätte es nicht verdient, weiterzuleben. Auch will sie ihr Leben nicht auf der Flucht verbringen. Außerdem spürt sie, dass sie ihre Seele Mephistopheles ausliefern würde, wenn sie Faust folgte.

Stattdessen akzeptiert sie ihren Tod und übergibt sich ganz dem Gericht Gottes. Dadurch verliert sie zwar ihr Leben, erlöst aber ihre Seele.

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Haben diese Faust Zusammenfassung und Faust Kapitelzusammenfassung Dir weitergeholfen? Hast Du noch Fragen oder fehlen Deiner Ansicht nach noch wichtige Informationen, die in einer guten Faust Zusammenfassung auf keinen Fall fehlen dürfen? Schreib Deine Anregungen gern in die Kommentare!

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