Sich selbst beschreiben – So geht’s ganz leicht!

Über mich - Die besten Tipps, um Eindruck zu machen!

Es ist nicht leicht, sich selbst beschreiben zu müssen. Schließlich möchtest Du möglichst charmant, aber keinesfalls selbstverliebt wirken. Wie Du es schaffst, Sympathie zu erzeugen, ohne Dich selbst zu loben, lernst Du in diesem Crashkurs.

 

  1. Sich selbst beschreiben in einer Bewerbung: Der perfekte Bewerbungstext
  2. Über mich Text auf der eigenen Website
  3. „Erzähl uns doch kurz was über Dich“ – Sich selbst beschreiben im Interview

Sich selbst beschreiben in einer Bewerbung: Der perfekte Bewerbungstext

Wer schon einmal ein Bewerbungstraining mitgemacht hat, kennt den zweifelhaften Rat: „Heben Sie Ihre Stärken klar hervor, aber kaschieren Sie Ihre Schwächen.“ Stattdessen solle man sich Schwächen ausdenken, die der angehende Chef auch als Vorzüge werten könnte. Anstatt also ehrlich über sich selbst zu schreiben, flunkern die meisten etwas wie „Ich bin sehr ehrgeizig“ oder „Wie gewissenhaft ich Aufgaben erledige, das genzt schon an Perfektionismus“ zusammen.

Drei Mal darfst Du raten: Alle Personalchefs kennen diese Masche und überlesen solche blumigen Sätze augenrollend.

 

Mache Dir zuerst einmal klar, was Dein Ziel ist! Du willst jemanden davon überzeugen, dass Du zu seinem Unternehmen passt. Also lerne zuerst die Bedürfnisse und die Philosophie des Unternehmens kennen. Danach kannst Du Deinen Bewerbungstext daran ausrichten und bist perfekt auf die gefürchtete Bewerbungsgespräch-Frage „Warum sollten wir Sie einstellen?“ vorbereitet.

1) Den richtigen Ton treffen

Direkte Anrede in der Bewerbung sollte immer in der dritten Person verfasst werden. Das heißt, Du solltest Dein Gegenüber unbedingt mit Sie ansprechen, nicht mit Du. Halte außerdem die gängigen DIN Formatierungsregeln für Bewerbungen ein.

Abgesehen davon kannst Du Deinen Text ruhig an den Anspruch des Unternehmens, bei dem Du Dich bewirbst, angleichen:

 

    • Wie ist der Umgangston auf der Homepage des Unternehmens?
    • Wie wurde die Stellenanzeige formuliert?
    • Falls Du direkten Kontakt mit dem Personalbüro hattest: Wie klangen die Mitarbeiter*innen am Telefon?
    • Handelt es sich um ein jungdynamisches StartUp mit flachen Hierarchien, dessen CEO im Büro Sneaker trägt und in der Mittagspause mit den Mitarbeiter*innen Tischfußball spielt? Oder legt die Branche eher Wert auf professionelle Distanziertheit und ist rein leistungsorientiert?

 

Passe Dich dem gängigen Ton in der Firma an. Wenn der tendenziell locker und verbindlich ist, darfst Du in den Bewerbungstext gern auch etwas Humor einfließen lassen, in einem Nebensatz Deine Hobbys erwähnen und ohne Umschweife darüber schreiben, warum Du für diesen Job brennst und warum Deine Anwesenheit eine Bereicherung für die motivierte Stimmung im Team wäre.

 

Präsentiert das Unternehmen sich betont professionell, solltest Du das auch tun. Schreibe über Deine Erfahrung, Deine Qualifikation, Erfolge, die Du in der Vergangenheit erzielen konntest und welche Ziele Du verfolgst – in erster Linie solche, die die Interessen der Firma voranbringen würden, aber Du darfst auch eine idealistische Saite anschlagen: Warum ist es Dir wichtig, diese Arbeit zu machen?

DAS wollen Personalchefs in Wirklichkeit hören

In beiden Fällen solltest Du herausstellen, mit welchen Punkten der Unternehmensphilosophie Du Dich besonders identifizierst. Das signalisiert dem Personalchef bzw. der Chefin, dass Du Dich im Vorfeld mit dem Unternehmen auseinandergesetzt und verstanden hast, worum es geht.

Auch, wenn manche etwas anderes behaupten: Die meisten suchen händeringend nach Mitarbeitern, die für das Unternehmen mitdenken können. Also lass subtil durchblicken, dass Du bereit und in der Lage bist, Dich kreativ mit einzubringen und das große Ganze im Blick zu behalten. Arbeitszombies, die einfach stupide ihre Aufgaben abarbeiten, gibt es schon genug.

2) Stärken realistisch benennen

Dass Du keine Stärken erfinden solltest, die Du nicht besitzt, ist Dir hoffentlich klar. Für Schwächen gilt dasselbe! Hör auf, über Ehrgeiz und Perfektionismus zu schwafeln, wenn es Dich nicht betrifft.

Der Grund, warum viele sich komisch vorkommen, wenn sie über ihre Stärken sprechen sollen, ist meistens dieser: Sie haben keine Ahnung, was ihre realistischen Stärken sind. Darum wissen sie auch nicht, wie sie sie im Bezug auf das Unternehmen darstellen sollen. Sei ehrlich zu Dir selbst und mache Dir im Vorfeld einmal Gedanken: Was kann ich gut? Und wie genau kann ich diese Stärke/ dieses Wissen/ diese Skills/ diese Erfahrung so einbringen, dass sie dem Unternehmen nützt?

 

Not to Do: Zähle Deine vermeintlichen Stärken nicht auf, als würdest Du eine Liste abarbeiten. Und bitte, bitte, bitte greife dabei nicht auf Standard Floskeln zurück. „Ich bin fleißig, flexibel, belastbar, aufgeschlossen…“ Gähn!

 

To Do: Beziehe Dich auf konkrete Ergebnisse, die Du bereits erzielt hast und nenne Beispiele, wie Deine Stärke Deinem neuen Arbeitgeber direkt zugute kommen könnte. Denn letztlich interessiert sich kein Personalchef der Welt für Dich – sondern nur dafür, was er davon hat, Dich einzustellen. Reales Beispiel aus einem meiner eigenen Bewerbungstexte: „Messbare Analysen zeigen, dass Suchmaschinen und LeserInnen meine Texte gleichermaßen lieben. Texte, die Ihre Zielgruppe Zeile für Zeile in ihren Bann ziehen und die schneller im Ranking nach oben klettern, als Sie „Marketing“ sagen können. Sie profitieren von einer nachweislich überdurchschnittlichen Lesedauer und einer Conversion Rate, von der andere Unternehmen feuchte Träume kriegen.“ – Ja, den Auftrag hatte ich dann in der Tasche. 😉

 

 

Auf diese Weise brauchst Du keine Angst haben, Dich der Prahlerei schuldig zu machen. Denn Du beschreibst lediglich nachweisbare (sprich: realistische) Stärken. Du könntest es auch so formulieren: „Meine früheren Kolleg*innen/ Arbeitgeber schätzten an mir…“ oder „Bisher war ich immer besonders gut darin…

3) Schwächen als Lernaufgaben definieren

Anstatt Deine Schwächen zu verschweigen oder einfach welche zu erfinden, die Dir besser gefallen, solltest Du unbedingt Dein Mindset zum Thema ändern: Schwächen sind nicht statisch. Sie sind nicht in Stein gemeißelt. Wenn Du etwas jetzt noch nicht gut kannst, wirst Du es eben lernen.

 

Not to Do: „Ich bin eher ein Einzelkämpfer und schlecht darin, im Team zu arbeiten.“ Wenn das die Wahrheit ist, gut, dann verschweige sie nicht. Formuliere sie einfach um…

To Do:Momentan arbeite ich daran, noch teamfähiger zu werden.“ oder auch „Ich sehe diesen Job als Chance, meine Fähigkeit xy noch zu vertiefen.“ So signalisierst Du, dass Du Dich selbst gut einschätzen kannst, authentisch und lernbereit bist. Für diese Eigenschaften wird Dir wiederum jeder gute Chef Respekt zollen.

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Über mich Text auf der eigenen Website

Sich selbst beschreiben in einem „Über mich“ Text – das ist gar nicht so einfach. Doch wenn Dir erst der Einstieg gelungen ist und Du weißt, wie Du Dich selbst darstellen möchtest, geht Dir das Schreiben so gut wie von selbst von der Hand.

 

Frage Dich zuerst, für wen Du schreibst. Wer wird Deinen Text lesen? Wie sieht Deine Zielgruppe aus? Was immer Du schreibst, frage Dich am besten immer erst nach Deiner Zielgruppe und definiere sie so genau wie möglich. „Alle, die es interessiert“ gilt nicht. Viel zu schwammig!

Besser: „Vorwiegend weibliche Leserinnen zwischen zwanzig und vierzig Jahren, denen ihr Lifestyle und ihre Familie wichtig ist, die tierlieb sind, eine Affinität für das Backen haben und sich gleichzeitig figurbewusst ernähren möchten“ – So könnte zum Beispiel die Zielgruppenanalyse eines Food Blogs aussehen. Überlege Dir, welche Wünsche, Bedürfnisse und Probleme Deine Zielgruppe hat.

 

DU im Bezug auf Deine Zielgruppe

Welchen Zweck erfüllt Dein „Über mich“ Text? Na klar – er dient dazu, dass die Besucher*innen Deiner Website und die Leser*innen Deines Blogs sich mit Dir identifizieren können. Das geht am besten durch Gemeinsamkeiten. Jemanden, der uns ähnlich ist, der ähnliche Prioritäten, Ansichten und Schwächen hat wie wir selbst, den finden wir meist auf Anhieb sympathisch.

 

 

Mach Dir, bevor Du anfängst, ein paar Notizen darüber, welche Gemeinsamkeiten Dich mit Deiner Zielgruppe verbinden. Am Beispiel des Food Blogs könnte Deine Liste so aussehen: Du bist eine junge Frau Anfang dreißig, bekochst unglaublich gern Deine Familie, Deine Spezialität sind Kuchenrezepte, Du achtest sehr genau auf die Inhaltsstoffe, vertrittst die Ansicht „selbst gemacht ist gesünder“ und das Maskottchen Deines Blogs ist Deine Katze. Et voila! Schon hast Du etwas, das Du ausformulieren kannst.

 

Storytelling

Mit dem Zielgruppen-Trick kannst Du ziemlich genau bestimmen, welche Informationen für Deine Leser*innen relevant sind und welche Du lieber weglassen solltest.
Mit biografischen Angaben etwa kannst Du eher sparsam umgehen, es sei denn, sie sind identitätsstiftend.

Wenn Du zum Beispiel einen Fitnessblog betreibst, ist es sinnvoll, Deinen Leser*innen zu vermitteln, dass Du ihre Probleme kennst und genau weißt, wie Du sie lösen kannst. Anstatt „Ich wurde 1985 in Morgenröte-Rauthenkranz als Sohn eines Bankkaufmanns und einer Friseurmeisterin geboren und besuchte sechs Jahre später die örtliche Grundschule“ schreib lieber etwas, das Deine Zielgruppe interessiert.

Etwas wie „Als ich 19 war, wog ich 108 Kilo und schnaufte schon, wenn ich zur Bushaltestelle laufen musste. Heute habe ich mein Idealgewicht von 87 Kilo erreicht und halte den Weltrekord für die meisten Liegestütze unter Wasser. Auf meinem Blog teile ich meine Erfahrungen mit Dir, mit denen auch Du in kürzester Zeit fit und schlank werden kannst.“

 

Diese Technik nennt sich Storytelling. Konzentriere Dich auf einen Aspekt Deiner Lebensgeschichte, die Dich mit Deinen Lesern verbindet, und greife ihn pointiert, knackig, unterhaltsam und inspirierend auf.

Profi-Trick: Nenne ein klares Alleinstellungsmerkmal. Was hast Du, was andere Blogger/ Unternehmer/ Menschen nicht haben? Was macht Dich so interessant für Deine Zielgruppe? (Berücksichtige diesen Punkt nur, wenn Du tatsächlich ein erwähnenswertes Alleinstellungsmerkmal hast!)

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"Erzähl uns doch kurz was über Dich" - Sich selbst beschreiben im Interview

Bei Interviews, Vorstellungsrunden auf Seminaren, Konferenzen etc. kommt man häufig in die Verlegenheit, sich selbst beschreiben zu müssen.

Hierbei geht es nicht darum, dass Du Deine Lebensgeschichte ausbreiten sollst. Im Wesentlichen brauchst Du nur eine Frage zu beantworten: Warum bist Du hier?

Wer sich ein Interview mit Dir anschaut, möchte außerdem wissen: Warum sollte jemand Dir zuhören?

Dein WARUM ist die stärkste Information, die Du Deinem Gegenüber geben kannst - und solltest.

In einer Vorstellungsrunde reicht es oftmals aus, in zwei Sätzen zusammenzufassen, wie Du heißt, warum Du anwesend bist und worauf Du Dich im Bezug auf den jeweiligen Anlass freust, worauf Du gespannt bist oder was Du erwartest.

 

Als Interviewpartner bist Du schon etwas mehr gefordert. Du solltest in wenigen Sätzen auf den Punkt bringen, weshalb Du qualifiziert bist über ein bestimmtes Thema zu sprechen. Entweder bist Du Exper*in oder hast relevante persönliche Erfahrungen gemacht, die für Deine Zuhörer*innen wertvoll sein könnten. Was auch immer davon zutrifft, solltest Du unbedingt im Vorfeld erwähnen, denn ein vielversprechendes, motiviertes Intro steigert enorm die Wahrscheinlichkeit, dass Interessierte danach aufmerksam verfolgen, was Du mitzuteilen hast.

Sich selbst beschreiben auf Tinder, Parship & Co.

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